Blumenzwiebeln & Dünger

Durch Düngen nach Maß beugt man dem Erkranken von Pflanzen und der erhöhten Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen vor; dies führt zu einer geringeren Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. Das richtige Düngen sorgt auch für eine gute Bodenstruktur.

Man kann verschiedene Düngemittel wählen:
-Kompost und tierischer Dünger. Dies sind organische Dünger. Es sind auch, wie schon zuvor beschrieben, gute Bodenverbesserer.
-Naturdünger, die als Ergänzung zu organischem Dünger verabreicht werden.
-Kunstdünger.

Der Düngertyp hängt von der Art der Bepflanzung und dem Zeitpunkt des Düngens ab.

- Einjährige Bepflanzung -

Blumenzwiebeln haben alle Nährstoffe für die erste Blütesaison bereits in ihrer Zwiebel als Reserve angesammelt. Es ist nicht nötig, Blumenzwiebeln in einer einjährigen Bepflanzung zusätzlich zu düngen.

- Mehrjährige Bepflanzung -

Bei einer mehrjährigen Bepflanzung ist es wichtig, dass Pflanzen und Blumenzwiebeln zusätzlich gedüngt werden. Schließlich entziehen sie dem Boden viele Nährstoffe.
In der Praxis verwendet man am häufigsten Kunstdünger in vorhandenen Beeten.
Kunstdünger enthält konzentrierte Pflanzennährstoffe wie Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium und Kalzium. Kunstdünger enthält exakt das richtige Verhältnis und die richtige Konzentration an Nährstoffen. In tierischem Dünger und Kompost kann die Nährstoffmenge variieren. Kunstdünger sorgt nicht für eine gute Bodenstruktur, weil er kein organisches Material enthält.
Kunstdünger ist zumeist gut löslich und wird daher direkt von den Pflanzen aufgenommen. Man verwende ihn daher in der Wachstumssaison. Wenn man ihn außerhalb der Wachstumssaison streut, wird er weggespült, ohne dass die Pflanzen ihn aufnehmen konnten. Grund- und Oberflächenwasser werden dadurch verunreinigt.
Auf der Verpackung von Dünger ist die Zusammensetzung meistens folgendermaßen angegeben: 10 + 5 + 3. Das bedeutet: 10 Prozent Stickstoff, 5 Prozent Phosphat und 3 Prozent Kalium. Wenn eine vierte Ziffer dabeisteht, deutet diese den Magnesiumanteil an. Überdüngung kann zu einem zu raschen Pflanzenwachstum führen. Die Folge sind schwache Pflanzen, die gegenüber Krankheiten und Seuchen anfällig sind. Durch Kunstdünger in Körnchenform, der die Nährstoffe direkt abgibt, können Pflanzen “verbrennen”. Ihre Blätter werden gelb und verwelken.
Falls die Bodenstruktur auch verbessert werden soll, ist die Verwendung organischer Dünger sehr wichtig. Eventuell ergänzt um spezifische Zusatzdünger, wenn bestimmte Nährstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden sind.

- Verwilderung -

Pflanzen und Blumenzwiebeln, die sich selbst vermehren, stehen an einem Standort, der ihren Ansprüchen entspricht. Hier ist die Natur im Gleichgewicht. Bodenart, Struktur, Wasserhaushalt und Bepflanzung bilden eine harmonische, aufeinander abgestimmte Einheit. In einer ausgewogenen Situation düngt man normalerweise nicht dazu.
Vielleicht geht aus ein paar Anzeichen (oft sichtbar am Blatt der Pflanzen) hervor, dass ein Mangel an einem bestimmten Nährstoff herrscht. Dann empfiehlt sich die Verwendung zusätzlicher Dünger. Diese Dünger sind organisch und passen dadurch besser in die natürliche Umgebung, in der sich die Pflanzen befinden.
Zusatzdünger ergänzen spezifische Mängel in der Pflanzennahrung aus organischen Düngern, wie Phosphordünger (Phosphor). Schließlich gibt es Dünger mit Kalk wie etwa Kalkalgen (Korallen-, Algenkalk), die den Säuregrad des Bodens regulieren.
Falls man diese einmal pro Jahr verwendet, ist es für die Blumenzwiebeln wichtig, dass dieses Düngen gleich nach der Blüte stattfindet.

- Im Gras -

Um sich einer immer wiederkehrenden Blütenpracht sicher zu sein, muss man den Boden einmal pro Jahr mit Dünger anreichern. Vom Düngen im Frühjahr wird abgeraten, weil das Gras besser nicht zu schnell wachsen sollte, wenn das Laub der Zwiebelgewächse noch nicht abgestorben ist. Darum sollte man lieber im Herbst düngen, weil sowohl Gras als auch Zwiebeln dann optimal davon profitieren können.
Kunstdünger gibt man normalerweise in einer Menge von insgesamt 2 kg (12-10-18 pro 100 m²), in 3 Portionen. Aber statt Kunstdünger kann man auch organische Dünger (wie etwa eine Mischung aus Blut-, Knochen- und Hornmehl, Kompost oder getrocknetem Kuhmist in Körnchenform) verwenden. Man kann ihn am besten kurz vor oder bei einem Regenschauer ausstreuen; die Stoffe lösen sich dann gleich auf.

- In Töpfen und Blumenkästen - 

Die wichtigste Eigenschaft von Blumenerde ist, dass sie Wasser lange festhält. Dies ist wichtig, um die Blumenzwiebeln während des Wachstums und der Blüte nicht austrocknen zu lassen. Bei einer einmaligen Blüte genügt frische Blumenerde für eine Wachstumsperiode.
Verwendet man Blumenzwiebeln in Blumenkästen, muss man die Blumenerde mit Dünger anreichern. Dieser Dünger wird oftmals in Form von Nährstofftabletten gegeben. Die Tabletten enthalten alle notwendigen Nährstoffe für Ihre Zimmer-, Terrassen-, Balkon- und Gartenpflanzen und lassen sich einfach anwenden: Mit einem Stöckchen sticht man ein Loch in die Erde und gibt die Tablette hinein. Jetzt hat die Pflanze für mindestens 4 Wochen Nährstoffe. Da sich die Tablette langsam auflöst, werden alle Nährstoffe gleichmäßig an das Wurzelsystem abgegeben. Die Wurzeln können nicht mehr verbrennen. Man kann auch die Blumenerde einmal pro Jahr vor dem Aufstellen der Blumentöpfe und –kästen austauschen.